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Der Internationale Karlspreis zu Aachen und ich

05.01.1936 - 05.01.2016
Original language : German
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Als Belohnung für Unterschriftensammeln für ein Vereinigtes Europa durfte ich 1952 als Schüler an der Karlspreisverleihung an de Gasperi und Monnet teilnehmen - prägend für mein politisches Engagement, dass mich 1999 in das Karlspreisdirektorium führte.

1936 in der Grenzstadt Aachen geboren, bin ich wie durch ein Wunder den Bombern lebend entkommen. Deutschland hatte aus meiner damaligen Sicht nach zwei verlorenen Kriegen, den unvorstellbaren Verbrechen der Naziherrschaft als unabhängiger Nationalstaat keine Zukunft mehr. Es konnte nur als Teil eines vereinigten Europas neu entstehen. Als ich 14 war wurde im stark beschädigten Krönungssaal des Aachener Rathauses der erste Internationale Karlspreis verliehen. Er wurde 1 Jahr zuvor gestiftet, um Menschen auszuzeichnen, die sich um die Bildung der VEREINIGTEN STAATEN VON EUROPA verdient gemacht hatten. Mein Lehrer war Vorsitzender der „EUROPA-UNION“ und organisierte mit seinen Schülern Demonstrationen an den Grenzen unter der grün-weißen Europa-Fahne. Er schickte uns los, Unterschriften für das Vereinte Europa zu sammeln. Ich wurde mit der Ehre belohnt, an den Karlspreisverleihungen teilzunehmen-ein unvorstellbares Erlebnis für einen Jungen meines Alters. So war ich 1952 dabei als Alcide de Gasperi und 1 Jahr später Jean Monnet ausgezeichnet wurden. Besonders die Verleihung an Monnet, der für alle Zukunft Kriege zwischen den einstigen „Erzfeinden“ Frankreich und Deutschland unmöglich machen wollte, hatte mich tief beeindruckt. Von diesem Tage an stand für mich fest, dass ich meinem Leben mit dem Einsatz für Freiheit und Demokratie in einem vereinten Europa einen weiteren Sinn geben müsse. So trat ich 1961 in die FDP ein. Meine Liebe zum Karlspreis ging 1999 in Erfüllung, als ich in das Direktorium entsandt wurde. Die erste Verleihung in dieser Funktion erlebte ich 2000 an Clinton. Weitere Höhepunkte folgten 2004 mit Papst Johannes Paul II, Juncker 2006, Merkel 2008, 2010 Tusk, 2016 Papst Franziskus I. 2017 hat das Direktorium mit dem britischen, pro-europäischen Historiker Garton Ash eine überzeugende Antwort auf den unbegreiflichen Unfall des Brexit gefunden. Möge der Karlspreis zu Aachen auch in Zukunft seinen Beitrag zum niemals endenden Einigungsprozess leisten!

Als Belohnung für Unterschriftensammeln für ein Vereinigtes Europa durfte ich 1952 als Schüler an der Karlspreisverleihung an de Gasperi und Monnet teilnehmen - prägend für mein politisches Engagement, dass mich 1999 in das Karlspreisdirektorium führte.

1936 in der Grenzstadt Aachen geboren, bin ich wie durch ein Wunder den Bombern lebend entkommen. Deutschland hatte aus meiner damaligen Sicht nach zwei verlorenen Kriegen, den unvorstellbaren Verbrechen der Naziherrschaft als unabhängiger Nationalstaat keine Zukunft mehr. Es konnte nur als Teil eines vereinigten Europas neu entstehen. Als ich 14 war wurde im stark beschädigten Krönungssaal des Aachener Rathauses der erste Internationale Karlspreis verliehen. Er wurde 1 Jahr zuvor gestiftet, um Menschen auszuzeichnen, die sich um die Bildung der VEREINIGTEN STAATEN VON EUROPA verdient gemacht hatten. Mein Lehrer war Vorsitzender der „EUROPA-UNION“ und organisierte mit seinen Schülern Demonstrationen an den Grenzen unter der grün-weißen Europa-Fahne. Er schickte uns los, Unterschriften für das Vereinte Europa zu sammeln. Ich wurde mit der Ehre belohnt, an den Karlspreisverleihungen teilzunehmen-ein unvorstellbares Erlebnis für einen Jungen meines Alters. So war ich 1952 dabei als Alcide de Gasperi und 1 Jahr später Jean Monnet ausgezeichnet wurden. Besonders die Verleihung an Monnet, der für alle Zukunft Kriege zwischen den einstigen „Erzfeinden“ Frankreich und Deutschland unmöglich machen wollte, hatte mich tief beeindruckt. Von diesem Tage an stand für mich fest, dass ich meinem Leben mit dem Einsatz für Freiheit und Demokratie in einem vereinten Europa einen weiteren Sinn geben müsse. So trat ich 1961 in die FDP ein. Meine Liebe zum Karlspreis ging 1999 in Erfüllung, als ich in das Direktorium entsandt wurde. Die erste Verleihung in dieser Funktion erlebte ich 2000 an Clinton. Weitere Höhepunkte folgten 2004 mit Papst Johannes Paul II, Juncker 2006, Merkel 2008, 2010 Tusk, 2016 Papst Franziskus I. 2017 hat das Direktorium mit dem britischen, pro-europäischen Historiker Garton Ash eine überzeugende Antwort auf den unbegreiflichen Unfall des Brexit gefunden. Möge der Karlspreis zu Aachen auch in Zukunft seinen Beitrag zum niemals endenden Einigungsprozess leisten!