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Die Geschichte einer anfangs zu gering geschätzten russisch-burgenländischen Liebe in Kriegszeiten

01.01.1917 - 31.12.1953
Original language : German

Während des 1. Weltkrieges mussten russische Gefangene in burgenländischen Meierhöfen und in privaten landwirtschaftlichen Betrieben mitarbeiten, auch in St. Margarethen im Burgenland.

Im Hause von Matthias Kugler, eines weitschichtigen Verwandten von mir, der neben der Landwirtschaft zusätzlich ein Gasthaus betrieb, arbeiteten einst zwei russische Kriegsgefangene. Am 1. Foto sind seine fünf minderjährigen Kinder, sein Hauspersonal und zwei russische Kriegsgefangene abgebildet. In Gesprächen mit Verwandten lernte ich das Schicksal solcher Gefangener kennen. Verglichen mit dem Schicksal anderer ging es ihnen relativ gut. Sie mussten von den "Arbeitgebern", denen sie zugeteilt waren, ordentlich versorgt werden. Dies geschah auch, soweit es die prekären Verhältnisse erlaubten. Einer von ihnen, Zacharias Bonomarenko, arbeitete im Moorhof, damals im fürstlichen Besitz und lernte dort Franziska Zeitler (1895-1980) aus St. Margarethen kennen. Nach Kriegsende blieb er weiter in Österreich, heiratete Franziska und hatte mit ihr drei Kinder. Dann forderte die neue kommunistische stalinistische Regierung die im Ausland noch verblieben Soldaten auf, bis Ende Dezember 1922 rückzukehren, ansonsten wäre eine Heimkehr nicht mehr möglich. Die gesamte Familie Bonomarenko trat schließlich im Dezember die Reise an. Das jüngste Kind, erst wenige Monate alt, hat die langwierige Zugfahrt in die Ukraine nicht überlebt. Im Heimatort von Zacharias, Horbove (80 km Luftlinie von Tschernobyl), wurde seine Ehefrau Franziska als Deutsch-Österreicherin nicht willkommen geheißen. Auch seine Eltern waren ihr gegenüber ablehnend. Diese negative Einstellung der Ortsbevölkerung änderte sich während des Zweiten Weltkrieges. Im Jahr 1944 nämlich, rettete Franziska, unter Einsatz ihres Lebens, an die 1.000 Zivilisten und das Dorf Horbove vor der totalen Zerstörung durch deutsche Truppen. Eine Gedenkstätte im Ort erinnert noch heute an ihre heldenhafte Tat. Erst nach 30 Jahren hat Franziska 1952 ihren Heimatort wieder gesehen. Am 4. Bild ist sie in der ersten Reihe ganz rechts mit ihren zwei Schwestern abgebildet. Georg Kugler St. Margarethen / Walter Hermann

Während des 1. Weltkrieges mussten russische Gefangene in burgenländischen Meierhöfen und in privaten landwirtschaftlichen Betrieben mitarbeiten, auch in St. Margarethen im Burgenland.

Im Hause von Matthias Kugler, eines weitschichtigen Verwandten von mir, der neben der Landwirtschaft zusätzlich ein Gasthaus betrieb, arbeiteten einst zwei russische Kriegsgefangene. Am 1. Foto sind seine fünf minderjährigen Kinder, sein Hauspersonal und zwei russische Kriegsgefangene abgebildet. In Gesprächen mit Verwandten lernte ich das Schicksal solcher Gefangener kennen. Verglichen mit dem Schicksal anderer ging es ihnen relativ gut. Sie mussten von den "Arbeitgebern", denen sie zugeteilt waren, ordentlich versorgt werden. Dies geschah auch, soweit es die prekären Verhältnisse erlaubten. Einer von ihnen, Zacharias Bonomarenko, arbeitete im Moorhof, damals im fürstlichen Besitz und lernte dort Franziska Zeitler (1895-1980) aus St. Margarethen kennen. Nach Kriegsende blieb er weiter in Österreich, heiratete Franziska und hatte mit ihr drei Kinder. Dann forderte die neue kommunistische stalinistische Regierung die im Ausland noch verblieben Soldaten auf, bis Ende Dezember 1922 rückzukehren, ansonsten wäre eine Heimkehr nicht mehr möglich. Die gesamte Familie Bonomarenko trat schließlich im Dezember die Reise an. Das jüngste Kind, erst wenige Monate alt, hat die langwierige Zugfahrt in die Ukraine nicht überlebt. Im Heimatort von Zacharias, Horbove (80 km Luftlinie von Tschernobyl), wurde seine Ehefrau Franziska als Deutsch-Österreicherin nicht willkommen geheißen. Auch seine Eltern waren ihr gegenüber ablehnend. Diese negative Einstellung der Ortsbevölkerung änderte sich während des Zweiten Weltkrieges. Im Jahr 1944 nämlich, rettete Franziska, unter Einsatz ihres Lebens, an die 1.000 Zivilisten und das Dorf Horbove vor der totalen Zerstörung durch deutsche Truppen. Eine Gedenkstätte im Ort erinnert noch heute an ihre heldenhafte Tat. Erst nach 30 Jahren hat Franziska 1952 ihren Heimatort wieder gesehen. Am 4. Bild ist sie in der ersten Reihe ganz rechts mit ihren zwei Schwestern abgebildet. Georg Kugler St. Margarethen / Walter Hermann