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Vom Land der Häuslbauer

01.01.1925 - 05.12.2021
Original language : German

Anpacken mit den eigenen Händen: Ein Hausbau im Burgenland war bis in die Gegenwart oft nur mit Verwandten und Freunden realisierbar.

Schon in der Zwischenkriegszeit beschränkte sich die Bautätigkeit im Burgenland vorwiegend auf kleine, einfache Eigenheime, die zumeist mit eigenen Händen und mithilfe von Verwandten, Nachbarn, Freunden bzw. Professionisten oder „Pfuschern“ errichtet wurden. Eine wichtige Rolle nahmen dabei auch Frauen ein. Sie arbeiteten als Helferinnen mit, wie dies das 2. Foto aus Tadten zeigt. Großbaustellen, wie der Bau der Siegendorfer Volksschule 1925/26 (Foto 3), stellten zu dieser Zeit in den burgenländischen Dörfern eine Seltenheit dar. Den Gemeinden standen damals nur bescheidene finanzielle Mittel zur Verfügung, daher nahmen sie größere öffentliche Bauten nur selten in Angriff. Die daraus entstandene pannonische Architektur unterstreicht dies. Sie erinnert uns daran, dass wir Burgenländer keine reichen Bauern waren, wie die Salzburger, nie Industrie hatten, wie die Niederösterreicher. Im Burgenland prägten jahrhundertelang die Streckdörfer mit ihren kleinen, weißen Häusern das Ortsbild. Diese veränderten in der Nachkriegszeit ihr Aussehen und wuchsen zu Stockhäusern. Immer aber wurde hart gearbeitet, immer zusammengehalten. Am Anpacken mit den eigenen Händen änderte sich über Jahrzehnte nichts. Die Dorfzentren wurden zusehends vernachlässigt, investiert wurde primär in die Errichtung von Einfamilienhäusern. Es war gang und gäbe bei Verwandten oder Freunden mitzuhelfen und dafür beim Bau des eigenen Hauses wieder Unterstützung aus diesem Umfeld zu erhalten. Der Traum vom Eigenheim ist bis heute in den Köpfen der jungen Generation stark verankert. So ist das Burgenland inzwischen das Land mit der größten Dichte an Einfamilienhäusern in Österreich. Derzeit explodierende Preise und ein erwachendes Umweltbewusstsein, mit Boden sorgsam umzugehen, prägen eine mögliche, neuerliche Trendwende. Ob die wie Pilze aus dem Boden wachsenden Reihenhäuser und Siedlungsbauten architektonisch ansprechender sind? Jedenfalls unterstützen sie den Traum von "leistbarem Wohnen".

Anpacken mit den eigenen Händen: Ein Hausbau im Burgenland war bis in die Gegenwart oft nur mit Verwandten und Freunden realisierbar.

Schon in der Zwischenkriegszeit beschränkte sich die Bautätigkeit im Burgenland vorwiegend auf kleine, einfache Eigenheime, die zumeist mit eigenen Händen und mithilfe von Verwandten, Nachbarn, Freunden bzw. Professionisten oder „Pfuschern“ errichtet wurden. Eine wichtige Rolle nahmen dabei auch Frauen ein. Sie arbeiteten als Helferinnen mit, wie dies das 2. Foto aus Tadten zeigt. Großbaustellen, wie der Bau der Siegendorfer Volksschule 1925/26 (Foto 3), stellten zu dieser Zeit in den burgenländischen Dörfern eine Seltenheit dar. Den Gemeinden standen damals nur bescheidene finanzielle Mittel zur Verfügung, daher nahmen sie größere öffentliche Bauten nur selten in Angriff. Die daraus entstandene pannonische Architektur unterstreicht dies. Sie erinnert uns daran, dass wir Burgenländer keine reichen Bauern waren, wie die Salzburger, nie Industrie hatten, wie die Niederösterreicher. Im Burgenland prägten jahrhundertelang die Streckdörfer mit ihren kleinen, weißen Häusern das Ortsbild. Diese veränderten in der Nachkriegszeit ihr Aussehen und wuchsen zu Stockhäusern. Immer aber wurde hart gearbeitet, immer zusammengehalten. Am Anpacken mit den eigenen Händen änderte sich über Jahrzehnte nichts. Die Dorfzentren wurden zusehends vernachlässigt, investiert wurde primär in die Errichtung von Einfamilienhäusern. Es war gang und gäbe bei Verwandten oder Freunden mitzuhelfen und dafür beim Bau des eigenen Hauses wieder Unterstützung aus diesem Umfeld zu erhalten. Der Traum vom Eigenheim ist bis heute in den Köpfen der jungen Generation stark verankert. So ist das Burgenland inzwischen das Land mit der größten Dichte an Einfamilienhäusern in Österreich. Derzeit explodierende Preise und ein erwachendes Umweltbewusstsein, mit Boden sorgsam umzugehen, prägen eine mögliche, neuerliche Trendwende. Ob die wie Pilze aus dem Boden wachsenden Reihenhäuser und Siedlungsbauten architektonisch ansprechender sind? Jedenfalls unterstützen sie den Traum von "leistbarem Wohnen".