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Erinnerungen an die röm./kath Pfarrkirche in Neutal

01.01.1960
Original language : German

Meine Erinnerungen an die Kirche in Neutal sind vielfältig. Das alte, feuchte Kirchengebäude wurde 1961 abgerissen und ersetzt. Obwohl ich darin getauft wurde fangen meine Erinnerungen erst an, als wir (damals ausschließlich) Buben ministrieren durften.

Damals stand der Altar noch um 180° gedreht an der Wand im Rückraum des Altarraumes und zeigte gen Osten. Wir mussten dem Pfarrer immer Wasser und Wein zur Segnung bringen. Da dieser gut hinter dem Altar versteckt war kam es schon hin und wieder vor, dass wir Ministranten „insgeheim“ einen kleinen Schluck vom Wein nahmen, nachdem er gesegnet war. Gut in Erinnerung blieben auch die „besonderen Anlässe“, wo es zu ministrieren galt, wie Hochzeiten, Taufen und dergleichen, weil es da immer eine kleine monetäre Anerkennung gab. Besonderes Augenmerk galt natürlich den „externen“ Aktivitäten, welche von den Ministranten durchgeführt wurden. Hier denke ich zuerst an die „Dreikönigsaktion“ am 6. Jänner (Sternsinger), die bei jedem Wetter durchgeführt wurde und wir hin und wieder froh waren, wenn wir in den Häuser ein warmes Getränk bekamen. Besonders lange blieben wir dann immer am frühen Nachmittag im jeweiligen Haus, wenn es beim Schispringen in Bischofshofen in die Entscheidung ging. Da schauten wir, dass wir in einem Haus waren, wo es bereits einen Farbfernseher gab. Auch das „Ratschen“ zu Ostern war immer eine tolle Geschichte. Da zogen wir in der Karwoche mit unseren Ratschen durch die Straßen und Gassen von Neutal, um die Gläubigen ans Gebet zu erinnern. Bekanntlich fliegen ja am Gründonnerstagabend die Glocken nach Rom und kommen erst bei der Auferstehungsmesse am Karsamstag wieder zurück. Besonders spannend war auch immer der Karsamstagvormittag, weil wir da mit dem „Leitwagen“ von Haus zu Haus zogen und von den Leuten eine kleine Gabe erbeten haben. Weitere Highlights waren zum Beispiel der „Umgang“ zu Fronleichnam und die „Mitternachtsmette“ am 24. Dezember mit „Stille Nacht“, die aber in Neutal schon um 23:00 Uhr gefeiert wurde. Auch gut in Erinnerung bleibt mir ein Ministrantenausflug an den Stausee in Rechnitz, weil wir dort gezeltet haben und es eine Urgaudi war, am Lagerfeuer zu sitzen und mit Freunden zu scherzen. Johann P. www.burgenland100.at

Meine Erinnerungen an die Kirche in Neutal sind vielfältig. Das alte, feuchte Kirchengebäude wurde 1961 abgerissen und ersetzt. Obwohl ich darin getauft wurde fangen meine Erinnerungen erst an, als wir (damals ausschließlich) Buben ministrieren durften.

Damals stand der Altar noch um 180° gedreht an der Wand im Rückraum des Altarraumes und zeigte gen Osten. Wir mussten dem Pfarrer immer Wasser und Wein zur Segnung bringen. Da dieser gut hinter dem Altar versteckt war kam es schon hin und wieder vor, dass wir Ministranten „insgeheim“ einen kleinen Schluck vom Wein nahmen, nachdem er gesegnet war. Gut in Erinnerung blieben auch die „besonderen Anlässe“, wo es zu ministrieren galt, wie Hochzeiten, Taufen und dergleichen, weil es da immer eine kleine monetäre Anerkennung gab. Besonderes Augenmerk galt natürlich den „externen“ Aktivitäten, welche von den Ministranten durchgeführt wurden. Hier denke ich zuerst an die „Dreikönigsaktion“ am 6. Jänner (Sternsinger), die bei jedem Wetter durchgeführt wurde und wir hin und wieder froh waren, wenn wir in den Häuser ein warmes Getränk bekamen. Besonders lange blieben wir dann immer am frühen Nachmittag im jeweiligen Haus, wenn es beim Schispringen in Bischofshofen in die Entscheidung ging. Da schauten wir, dass wir in einem Haus waren, wo es bereits einen Farbfernseher gab. Auch das „Ratschen“ zu Ostern war immer eine tolle Geschichte. Da zogen wir in der Karwoche mit unseren Ratschen durch die Straßen und Gassen von Neutal, um die Gläubigen ans Gebet zu erinnern. Bekanntlich fliegen ja am Gründonnerstagabend die Glocken nach Rom und kommen erst bei der Auferstehungsmesse am Karsamstag wieder zurück. Besonders spannend war auch immer der Karsamstagvormittag, weil wir da mit dem „Leitwagen“ von Haus zu Haus zogen und von den Leuten eine kleine Gabe erbeten haben. Weitere Highlights waren zum Beispiel der „Umgang“ zu Fronleichnam und die „Mitternachtsmette“ am 24. Dezember mit „Stille Nacht“, die aber in Neutal schon um 23:00 Uhr gefeiert wurde. Auch gut in Erinnerung bleibt mir ein Ministrantenausflug an den Stausee in Rechnitz, weil wir dort gezeltet haben und es eine Urgaudi war, am Lagerfeuer zu sitzen und mit Freunden zu scherzen. Johann P. www.burgenland100.at